Eisvogel

Ein saphirblaues Aufblitzen in der Luft lässt mit grosser Sicherheit auf einen Eisvogel schliessen, der schnell, durchdringend "tiht" pfeifend, einem Flusslauf entlangfliegt oder im Tauchstoss eine Elritze aus dem Wasser holt. Meist stösst er von seinem Sitz flach ins Wasser oder rüttelt vor dem Tauchstoss. Seine Beute schlägt er gegen einen Ast, ehe er sie, den Kopf voraus, verschluckt. Wenn er einen Fisch beim Schwanz packt, verschlingt er ihn nicht, denn er müsste ersticken, da sich Flossen und Schuppen wie Widerhaken aufstellen, sondern gibt ihn den Jungen oder dem Weibchen. Der Eisvogel ist bei uns ein seltener Brutvogel, man schätzt den Schweizer Brutbestand auf 300 Paare. Der Bestand ist mehr oder weniger konstant, bei starken, kurzfristigen Fluktuationen. Eine ernstzunehmende Gefahr für den Eisvogel bildet der immer grösser werdende Erholungsbetrieb an und auf unseren Gewässern. Positiv wirkt sich die Verbesserung der Wasserqualität und die Renaturierung von Fliessgewässern aus. In strengen Wintern erleiden die Eisvögel hohe Verluste. Allein im Polarwinter 1962/63 dürften in Mitteleuropa 80-95% aller Eisvögel umgekommen sein, weil die Gewässer zufroren, so dass die Vögel nicht mehr fischen konnten. Eine gesunde Population kann aber solche natürlichen Verluste in Jahren mit einem guten Bruterfolg bald wieder ausgleichen. Der Eisvogel kann nämlich in günstigen Jahren in bis zu drei Bruten insgesamt 6-9 Junge oder mehr aufziehen. (Quelle Vogelwarte)